Naturheilmittel in Bad Gögging

Wo die Natur im Überfluß gibt ...
Schwefel, Naturmoor und Therme, eine außergewöhnliche Kombination einzelner Wirkungsmechanismen.

Das gleichzeitige und reichliche Vorhandensein von drei eigenen Naturheilmittel-Vorkommen am Ort macht Bad Gögging zu einer Besonderheit in der deutschen Bäderlandschaft. Als Kurmittel weist jedes der drei Vorkommen bestimmte therapeutische Eigenschaften auf.

Schwefel
Therapeutisch besonders interessant bei den Bad Gögginger Schwefelquellen ist der hohe Gehalt an Sulfidschwefel von 5-6 Milligramm im Liter. Der geforderte Mindestwert vom 1 Milligramm im Liter ist somit in Bad Gögging weit überschritten. Dazu kommen noch beachtliche Wirkstoffe: Fluorid, Jodid, Bromid, wobei der Fluoridgehalt ebenfalls quellencharakteristische Mindestforderungen übersteigt. Der Schwefelwasserstoff unserer Quellen entsteht durch Schwefelbakterien in 200 Metern Tiefe, und zwar aus Sulfationen tertiärer organischer Einschlüsse des Kreidemeeres. Im Schwefelwasserbad und bei der Schwefelwasser-Trinkkur werden nun Teile des Schwefelgehaltes vom Körper aufgenommen und gelangen sowohl in die tiefen Hornschichten der Haut bis hin zu den Nägeln und Haaren, als auch in den Blutkreislauf. Sie erreichen - was wesentlich ist - gleichermaßen die Knorpelsubstanz pathologisch veränderter Gelenke, wo gerade der Schwefel beim Neuaufbau der geschädigten Strukturen oft entscheidend mitwirken kann. In der 3. Woche einer Schwefelwasserkur zeigt die Reaktion bei den meisten Patienten bereits in einer deutlichen Zunahme der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, in einer Vermehrung der weißen Blutkörperchen und Steigerung der unspezifischen Abwehr, in einer Erhöhung der Körpertemperatur mit Verlängerung und Verbreiterung der arteriellen Schenkel der kleinen Hautgefäße, - und nach der Kur in einer positiven Änderung von Meßwerten.

Naturmoor
Die Bad Gögginger Moorgründe alleine dürfen zwar noch ein Jahrhundert lang ausreichen, um den Bedarf der Kurmittelhäuser am Ort zu sichern. Anderseits sind sie aber auch als wertvolle Biotope und Erholungszonen wenigstens zum Teil äußert schützenswert. Um so verdienstvoller war die Initiative des "Zweckverbandes Bad Gögging", die beim Bau des nahen Rhein-Main-Donau-Kanals freiwerdenden wertvollen Moorlager aufzukaufen, nach hier zu transportieren und fachgerecht zu lagern. Eine gewaltige Reserve!
Was die therapeutische Wirkung des Moors und seiner organischen Sedimente betrifft, so liegt vor allem in der besonders hohen Wärmehaltung und Wärmeleitung. Dadurch kann es schnell zu einer Erhöhung der Kerntemperatur des Badenden kommen, mit stärkerer Durchblutung und Verbesserung der Wärme-Regulationssysteme. Hinzu kommt noch die potentielle Aufnahme von im Moor

enthaltenen pflanzlichen Säuren und Hormonen über die Haut, denen man ebenfalls gewisse Einflüsse auf erkrankte Gewebeteile zuschreibt. Somit ist die Naturmoor-Behandlung im Komplex der Bad Gögginger Kuranwendungen unverzichtbar, - insbesondere da Moor hier zum großen Teil mit Schwefelwasser zu Schwefelmoor gemischt wird.

Therme
Die zwei Thermalquellen kommen aus ca. 650 Meter tiefen Bohrungen in die geologische Formationen des Sandstein-Keupers. Sie sind flouridhaltige Natrium-Hydrogen-Carbonat-Chloridquellen. Dies ermöglicht bei den Badebetrieb schon mal den Austausch von Mineralstoffen zwischen Thermalwasser und Organismus. Die Temperaturunterschiede von 28-36 Grad in den 15 Becken der "Limes-Therme" mit hygienischer Trinkwasserqualität - im Wechsel mit Dampfbad, kalten Duschen und Wassertreten nach Kneip - trainieren darüber hinaus die Wärmeregulierungssysteme im Körper. Daneben erlauben die 52 kräftigen Unterwasser-Massage-Düsen, die in verschiedener Höhe angebracht sind, über längere Zeiträume kräftigste und ganz individuelle Massage-Reize. Dies gilt zum Teil auch für die verschiedenen "Wasserfälle" und Wasserspeier, für den großen Hot-Whirl-Pool und für den Wasserschwall in der Außenanlage. Am wertvollsten erweist sich die sogenannte Unterwasser-Gymnastik in dem Thermalwasserbecken des großen Therapietrakts. Eine Heilkur in Bad Gögging unter Anwendung von Thermalwasser sollte aus diesen Gründen 3 Wochen nicht unterschreiten (besser sind 4 Wochen), weil dann erst der mögliche Umstimmungseffekt und die angestrebte Wiederaufbauphase des Knorpels einsetzt. Wogegen kürzere Kuren durch Unterbrechung der Umstimmungsphase nicht optimal sind und sich als therapeutisch unzureichend erweisen können.

Die teils sogar parallele Anwendung von Schwefel, Naturmoor und Thermalwasser während einer Kur ist Bestandteil des Bad Gögginger Kurkonzepts und bildet die "natürliche Basis" für die moderne Kurort-Medizin.

Alleine schon aufgrund seines Angebots von drei Naturheilmitteln weist Bad Gögging folgende Indikationen auf:

 

Heilanzeigen:
Für Schwefel-, Moor- und Thermalbehandlungen:
Alle Erkrankungen der rheumatischen Formenkreise, Arthrosen, Wirbelsäulenschäden, Weichteil- und degenerativer Rheumatismus, Nervenentzündungen und chronische Ekzeme, bestimmte Unterleiberkrankungen bei Frauen.

Gegenanzeigen:
Alle akuten Entzündungen, bösartige Geschwülste, Infektionskrankheiten, offene Tuberkulose, schwere Herz- und Kreislaufkrankheiten.

Hinzu kommen die speziellen Indikationsbereiche weiterer Therapien, die am Ort durchgeführt werden

 

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